Autor: hannah-milou

  • Nachts, wenn alles still ist

    Luisa war 33 Jahre alt und liebte es, nachts wach zu sein. Schon in ihrer Kindheit mochte sie das, doch ihre Eltern waren davon natürlich nicht besonders begeistert, da sich dies auch in der Schule bemerkbar machte. Manchmal war es nämlich so, dass sie während des Unterrichts einschlief oder ihre Konzentration schnell nachließ.

    Leider gab es noch keine Schule, die man nachts besuchen konnte. Das wär’s, dachte sich Luisa damals, denn dann wären wahrscheinlich auch nicht so viele Leute in einer Klasse gewesen. In ihrer Klasse waren es mit ihr 30 Leute und das waren eindeutig zu viele. Oft war ihre Klasse laut, was für Luisa sehr anstrengend war, da sie eher ein Typ der Stille war.

    Die Stille löste etwas beruhigendes in ihr aus. Luisa konnte abschalten und ihren Gedanken freien Lauf lassen, was im Alltag oft nicht möglich war, da zu viel Trubel nebenbei war.

    Aber nachts, wenn alles still ist, dann ist für Luisa der perfekte Ort zum Abschalten, denn es fuhren fast keine Autos, weniger Leute waren unterwegs und Luisa war mitten drin. Sie brauchte einfach diese Ruhe.

    Aus diesem Grund war sie auch gerne allein mit sich. Manchmal war ihr einfach nicht nach vielen Menschen. Oft war es ihr zu viel und zu laut. Doch eines hatte sie gelernt, wofür sie bis heute dankbar war. Manchmal muss man sich abgrenzen, damit man sich nicht selbst verliert, nur um dazuzugehören.

    Beruflich arbeitete Luisa im Krankenhaus als Nachtschwester. Klar hatte man dort viel zu tun, aber es waren längst nicht so viele Leute da wie am Tag.

    Halte dir daher immer vor Augen, dass es am wichtigsten ist, dass du das machst, was dir gut tut und womit du dich am wohlsten fühlst, denn: „Du bist jede Sekunde deines Lebens mit dir zusammen“.